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Umweltversammlung

- UV TOP 2: Eindämmung der Desertifikation

Inhaltshinweise: Dieser Gremientext benennt unter anderem die Themen Umweltzerstörung, Klimawandel, Armut, Hunger und Terror. Bei manchen Personen lösen diese Themen starke Emotionen aus. Falls Sie zu den betroffenen Personen gehören, entscheiden Sie bitte selbst, ob Sie gerade in der Lage sind, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, ob Sie das lieber zu einem späteren Zeitpunkt tun oder vorher bestimmte Maßnahmen ergreifen wollen.


Desertifikation bezeichnet die Verödung fruchtbarer Böden in Trockengebieten infolge menschlicher Übernutzung und klimatischer Veränderungen. Weltweit sind über zwei Milliarden Menschen in mehr als 110 Ländern betroffen; bis zu 40 % der Agrarflächen gelten als degradiert. Besonders stark betroffen ist Afrika, aber auch Regionen in Asien, Amerika und Australien. Die Desertifikation hat dramatische Folgen: Ernteausfälle, Wasserknappheit, soziale Krisen, Migration und politische Instabilität. Desertifikation erzeugt ökologische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Teufelskreise und verstärkt zugleich den Klimawandel. Internationale Grundlage zur Bekämpfung der Desertifikation ist die UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD). Zentrale Lösungsansätze sind nachhaltige Landnutzung, Wiederherstellung degradierter Flächen, Bildungsmaßnahmen, internationale Finanzierung, wissenschaftlich-politische Kooperation sowie die Einbindung lokaler Gemeinschaften.

Einleitung

Die fortschreitende Degradierung fruchtbarer Böden zählt zu den größten ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Besonders in Regionen mit trockenem Klima gefährdet der Verlust von Boden, Wasser und Vegetation die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Die Folgen der Desertifikation reichen von sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen über soziale Krisen bis hin zu politischer Instabilität. Die Umweltversammlung von MUNBW 2026 hat sich zur Aufgabe gemacht, sich mit der Eindämmung der Desertifikation auseinanderzusetzen.

Hintergrund und Grundsätzliches

Der Begriff der Desertifikation beschreibt die Verödung fruchtbaren Bodens in Trockengebieten bis hin zur Unfruchtbarkeit. Dieser Prozess der Ausbreitung bzw. Entstehung wüstenähnlicher Verhältnisse wird im Deutschen häufig fälschlicherweise mit „Wüstenbildung“ übersetzt, wobei das Ökosystem Wüste an sich schützenswert ist. Ein passendes Synonym ist Landdegradierung oder Bodendegradation, auch wenn Desertifikation als Begriff nur in Trockengebieten Anwendung findet und nicht überall dort, wo Böden unnachhaltig genutzt werden.

Bei der Desertifikation handelt es sich um ein zentrales Problem in der nachhaltigen Entwicklung der Länder mit relativ trockenem Klima. Dieses Phänomen tritt in ariden oder semi-ariden Gebieten durch die Beeinträchtigung und Zerstörung natürlicher Ressourcen wie Boden, Vegetation und Wasser als Folge zu intensiver menschlicher Bodennutzung in Erscheinung. Durch die Übernutzung der Böden kann keine Regeneration stattfinden und die Flächen werden unfruchtbar. 

Desertifikation kann viele, höchst unterschiedliche Gründe haben, die einzeln oder in Kombination zum Tragen kommen. Gründe sind sowohl menschengemacht (anthropogen) als auch klimatisch bedingt. Beispiele für menschengemachte Ursachen der Desertifikation sind die Überweidung von Weideland, unnachhaltige landwirtschaftliche Praktiken wie Monokulturen oder die Abholzung von Wäldern. Klimatische Treiber sind Dürre und Trockenheit, Extremwetterereignisse wie lange Frostperioden oder Starkregen sowie klimatisch bedingter Vegetationsverlust. 

Darüber hinaus können aber auch viele soziale oder ökonomische Faktoren eine entscheidende Rolle spielen. 

Das Ausmaß der Desertifikation ist erschreckend. Zurzeit geht man davon aus, dass über zwei Milliarden Menschen in 110 Ländern, davon überwiegend in Entwicklungsländern, von Desertifikation bedroht bzw. betroffen sind. Bis zu 40% der weltweiten Agrarfläche sind von Bodendegradation betroffen. 

Desertifikation betrifft weltweit alle Regionen mit trockenem Klima. Besonders in wasserarmen Regionen an Wüstenrändern tritt Desertifikation auf. Besonders betroffen ist der afrikanische Kontinent: Zwei Drittel der afrikanischen Landmasse liegen in ariden oder semi-ariden Klimazonen. Die Desertifikation betrifft 30 % der afrikanischen Haushalte und man geht davon aus, dass allein in Nordafrika mehr als 400 Millionen Hektar Land betroffen sind. Ebenfalls besonders betroffen sind Zentralasien, Nord- und Südamerika sowie Australien. Aber selbst in nicht klimatisch trockenen Gebieten wie Zentraleuropa schreitet die Bodendegradation, meist aufgrund anthropogener Faktoren, voran. 

1994 wurde in Paris das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) verabschiedet, nachdem das Thema durch schwere Dürren wie in der Sahelzone international an Bedeutung gewonnen hatte. Erste internationale Ansätze entstanden bereits 1977 mit einem Aktionsplan der UN-Konferenz zur Desertifikation, der jedoch internationale Regelungen vernachlässigte. Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio setzten vor allem afrikanische Staaten die Forderung nach einer eigenen Desertifikationskonvention gegen den Widerstand der Industrienationen durch - die UNCCD entstand.

Aktuelles

Zwei Seen eignen sich zur Veranschaulichung der Folgen von Desertifikation. 

Ein prominentes, extremes Beispiel für Desertifikation als Folge menschlichen Handelns ist die Situation am Aralsee. Er liegt in einer trockenen Region Zentralasiens auf der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan und war früher eines der größten Binnengewässer der Erde. Sein Wasser wurde zu Zeiten der Sowjetunion für den Baumwollanbau umgeleitet, was zur langsamen Austrocknung führte. Während der Nordteil durch einen Staudamm inzwischen stabil ist, wird der Südteil des Sees in den letzten Jahren komplett austrocknen. Die Auswirkungen sind plastisch zu spüren: Das Agrarland im Umfeld degradiert aufgrund des Wassermangels, die Luftqualität ist aufgrund fehlender Fauna und zusätzlicher Trockenheit signifikant schlechter geworden, Sandstürme setzen der Bevölkerung und der Natur zu. 

Ein ebenfalls extremes Beispiel für Desertifikation als Folge des Klimawandels ist die Situation am Tschadsee. In den 1960er Jahren bedeckte er als einer der größten Binnenseen der Welt eine Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern und erstreckte sich von Tschad und Kamerun über Nigeria bis in den Niger. Inzwischen hat er 90% dieser Fläche verloren, zwei kleine Becken verbleiben. Das Verschwinden des Tschadsees ist zu großen Teilen auf den Klimawandel zurückzuführen. Dieser sorgt am See selbst und an seinen Zuflüssen für höhere Temperaturen und so mehr Verdunstung, und gleichzeitig für weniger Niederschlag. So muss auch die dort lebende, konstant wachsende Bevölkerung immer tiefer nach Grundwasser bohren und trägt so zur Absenkung des Wasserstands bei. Ein Teufelskreis, bei dem das fruchtbare Land in der Region degradiert. 

Auf der vergangenen Vertragsstaatenkonferenz der UNCCD (COP16, 2024), schlugen die Vertragsstaaten Alarm: Bis 2030 müssen 1,5 Milliarden Hektar Land wiederhergestellt werden, um die Desertifikation aufzuhalten. Alleine zwischen 2015 und 2019 sind 100 Millionen Hektar Land der Desertifikation zum Opfer gefallen.

Probleme Lösungsansätze

Schon die direkten Folgen der Desertifikation sind weitreichend: Die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig. Die Wasserrückhaltekapazität des Bodens nimmt ab, was dazu führen kann, dass Böden erodieren, versalzen oder versanden. Der entstandene Sand wird durch Wind und Regen abgetragen und kann beispielsweise wichtige Infrastruktur zerstören. Das Land wird insgesamt unfruchtbar und verödet, was weitere Folgen vor allem für die örtliche, ländliche Bevölkerung nach sich zieht. Betroffene Ökosysteme sind meist irreparabel beschädigt. 

Was folgt, sind Teufelskreise. Eine wachsende Bevölkerung in betroffenen Staaten benötigt mehr Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, braucht es mehr Agrarflächen, deren Menge ist aufgrund Desertifikation aber rückläufig. Folglich werden die vorhandenen Agrarflächen über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus genutzt, um akuten Bedarf zu decken. Dies ist aber nicht nachhaltig, und mehr Agrarflächen fallen aufgrund Übernutzung der Desertifikation zum Opfer. Gleichzeitig werden bei dem Versuch, neue Acker- und Nutzflächen zu schaffen, Waldgebiete gerodet, wobei Entwaldung eine weitere Ursache für Desertifikation sein kann. 

Des Weiteren können für Bauern unvorteilhafte Pachtverhältnisse, die Unterbewertung ländlicher Ressourcen und falsch gewählte Lebensmittelpreise zu einem erhöhten wirtschaftlichen Druck führen. Dieser kann sich dann in falscher und exzessiver Bodennutzung niederschlagen, da die Bauern auf hohe Erträge angewiesen sind.

Versorgungsengpässe und Hungersnöte führen zu sozialen Krisen, hoher Kindersterblichkeit, sowie Abwanderung aus besonders betroffenen Gebieten. Dies kann eine Abwanderung in Städte und damit verbundene Probleme wie Slumbildung bedeuten, auch große Fluchtbewegungen gibt es schon aufgrund von Versorgungsengpässen. Diese wiederum führen zu Versorgungsschwierigkeiten in den Aufnahmeregionen, der Teufelskreis dreht sich weiter. Erwiesenermaßen führen Versorgungsengpässe zu weiterer Radikalisierung - am Tschadsee beispielsweise nutzt die Terrororganisation Boko Haram die Verzweiflung der Menschen zur Rekrutierung neuer Mitglieder aus. 

Was für das Individuum Hunger und möglicherweise das Verlassen seiner Heimat bedeutet, hemmt auf staatlicher Ebene auch die Entwicklung des ganzen Landes. Die Volkswirtschaft gerät ins Stocken, wenn Erzeugnisse und Arbeitskräfte fehlen und der Binnen- wie Außenhandel stagniert. Wirtschaftlicher Erfolg eines Landes trägt wiederum häufig zur politischen Stabilität und damit zu besseren Lebensbedingungen der Bevölkerung gerade in sich entwickelnden Ländern bei, die über diesen Einbruch ebenfalls ins Wanken geraten kann. Hieran lässt sich sehr beispielhaft ablesen, wie weitreichend und vielfältig die sich aus Desertifikation ergebenden Probleme sind.

Ökologisch betrachtet leidet die biologische Vielfalt der Erde unter Desertifikation, da ganze Ökosysteme unwiederbringlich zerstört werden. Durch die Verödung, aber besonders durch Entwaldung und Brandrodung bei bereits begonnener Desertifikation, wird der Klimawandel begünstigt, der wiederum die Wahrscheinlichkeit für weitere Dürre und Austrocknung erhöht und den Prozess der Desertifikation damit weiter vorantreibt.

Zentrale Maßnahme gegen Desertifikation ist die Wiederherstellung von bewirtschaftbarer Agrarfläche. Hierzu existieren bereits verschiedene Initiativen, wie beispielsweise die Great Green Wall Initiative (GGWI, zu deutsch Große Grüne Mauer-Initiative) der Afrikanischen Union (AU), mit der bis 2030 ein 15km breites und 7775km langes Band bestehend aus Bäumen in der Sahelzone entstehen soll, das die Ausbreitung der Sahara und die einhergehende weitere Bodendegradation verhindern soll. Maßnahmen zur Wiederherstellung von Agrarfläche sind wirtschaftlich sehr lohnenswert - für jeden 1€, der investiert wird, gibt es ca. 7-30€ wirtschaftliche Erträge aus der jeweiligen Fläche. Fraglich ist, wer diese Maßnahmen finanziert. 

Bildung ist ein großer Faktor in der Transformation zu nachhaltiger Landnutzung. Die Übernutzung der Böden ist häufig auf Unkenntnis über die Kapazitäten und Grenzen der genutzten Böden in der Land- und Viehwirtschaft zurückzuführen. Mit mehr Kenntnis über nachhaltige Bodennutzung kann der Desertifikation vorgebeugt werden. 

Maßnahmen gegen Desertifikation müssen die Zivilgesellschaft, indigene Völker, lokale Gemeinschaften, Frauen und Jugend in entsprechende politische Prozesse mit einbinden, beispielsweise durch Dialogplattformen. Damit wird sichergestellt, dass Entscheidungen zur Landrenaturierung und Anpassung an Dürre die Perspektiven der von Desertifikation am stärksten betroffenen Menschen berücksichtigen. 

Auf der COP16 haben die Vertragsstaaten eine Reihe von konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Desertifikationverabschiedet. Dazu gehörte der Start von Finanzierungsinitiativen wie der Riyadh Global Drought Resilience Partnership, mit denen Milliarden von US-Dollar mobilisiert werden sollen, um besonders gefährdete Länder in ihren Vorbereitungen auf Dürren zu unterstützen und das Augenmerk von kurzfristiger Hilfe auf langfristige Vorbereitung und Resilienz zu verschieben. Neben den öffentlichen und privaten Finanzierungszusagen für Maßnahmen gegen Desertifikation wurde betont, dass noch deutlich größere Finanzmittel erforderlich sind. Die Vertragsstaaten haben Geberinstitutionen wie den Fonds Global Environment Facility (GEF) dazu ermutigt, ihre Unterstützung auszuweiten und stärker zu fördern. 

Auch wurde das vorhandene System für wissenschaftliche und politische Zusammenarbeit ausgebaut, indem das Science-Policy Interface (SPI) als dauerhaftes Gremium gestärkt wurde, um wissenschaftliche Erkenntnisse gezielter in politische Entscheidungen einzubringen und so die Umsetzung der UNCCD zu verbessern.

Punkte zur Diskussion

- Welche Maßnahmen zur Prävention von Desertifikation können getroffen werden? Welche besonderen lokalen Maßnahmen sollten getroffen werden, welche globalen?

- Wie können die Folgen von Desertifikation gemildert werden? Welche Maßnahmen verdienen hier besondere Aufmerksamkeit? Welche weiteren können getroffen werden?

- Wie können wirtschaftlich schwache Staaten im Kampf gegen Desertifikation unterstützt werden?

- Welche Wechselwirkungen der Desertifikation mit anderen globalen Problembereichen verdienen besondere Aufmerksamkeit?

- Welche internationalen Institutionen sollten eine besondere Verantwortung in der Unterstützung von betroffenen Staaten leisten?

Recherchehinweise

Als ersten Schritt sollten Sie herausfinden, inwieweit ihr Land selbst von Desertifikation betroffen ist. Dazu dienen die Links unten als guter Anhaltspunkt. Weiter sollten Sie herausfinden, welche Maßnahmen Ihr Land ggf. schon ergriffen hat und von diesem Punkt aus Ihre weitere Position entwickeln.

Quellenangaben

Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) https://www.unccd.int/sites/default/files/2022-02/German%20%28including%20all%20annexes%29.pdf  Neben allgemeinen Zielen umfasst dieses Abkommen auch fünf Anlagen mit jeweils regionsspezifischen Zugängen zum Thema. Unterschieden werden bei dieser regionalen Zuteilung Afrika (Anlage I), Asien (Anlage II), Lateinamerika und die Karibik (Anlage III), der nördliche Mittelmeerraum (Anlage IV) und Mittel- und Osteuropa (Anlage V). Die Anlagen können gute Informationen über die jeweiligen Regionen bereitstellen. Das ganze Dokument muss nicht gelesen werden, kann aber in einzelnen Punkten gute Anhaltspunkte geben. 

UNCCD: Länderprofile, https://www.unccd.int/our-work/country-profilesSehr guter Einstieg in die Recherche zum eigenen Staat. Umfassende Länderprofile, Überblick über nationale Maßnahmen (englisch/jeweilige Landessprachen) - Qualität kann für die jeweiligen Staaten teilweise stark variierenEs lohnt sich, sich hier ein wenig durchzukämpfen. Die Quellen sind nicht einfach auf Anhieb zu verstehen. Besonders hilfreich sind in den Länderprofilen die Reiter “National Action Programmes”, wo die nationalen Programme, häufig in Kombination mit einem Überblick über nationale Gegebenheiten, dargestellt werden, und “Voluntary LDN Targets”, wo die sich selbst gesetzten freiwilligen Ziele unter der Konvention dargestellt werden. Sie werden zur vollen Nutzung dieser Quelle sicherlich einen Übersetzer benötigen, der empfehlenswerteste ist deepl.com , zur Zusammenfassung mancher umfassender Dokumente kann auch bspw. ChatGPT hilfreich sein. 

UNCCD: Homepage: https://www.unccd.int/ viele weitere spannende Infos über Desertifikation aus wissenschaftlicher und aus politischer Perspektive (englisch) 

Welthungerhilfe: Desertifikation und Wüstenbildung https://www.welthungerhilfe.de/unsere-arbeit/themen/ernaehrungssicherheit/laendliche-entwicklung-foerdern/desertifikation-und-wuestenbildung sehr gute Quellen zu verschiedenen Aspekten von Desertifikation (deutsch) 

Statista: Statistiken zu Wüsten und Desertifikation: https://de.statista.com/themen/7093/wuesten-und-desertifikation/#topicOverviewGut zum Einstieg in die Recherche (deutsch) 

Deutsche Welle (Kossivi Tiassou/Martina Schwikowski): COP16 - wie kann die Desertifikation aufgehalten werden? https://www.dw.com/de/cop16-desertifikation-d%C3%BCrre-landflucht-migration-konflikte-trockenheit/a-71021968 spannender Artikel über die COP16 und über Probleme und Lösungsansätze in Sachen Desertifikation (deutsch) 

Lexikon

Agrarfläche: Agrarflächen sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, die zur Erzeugung von Nahrungsmitteln, Futtermitteln oder Rohstoffen dienen. Das sind Ackerflächen, Wälder, Grünflächen oder Flächen zum Obstanbau. 

arid/semi-arid: Arides Klima bezeichnet einen Klimazustand, bei dem im Gegensatz zum humiden Klima die potentielle Verdunstung von Wasser größer als der Niederschlag ist. Arides Klima ist wegen des damit verbundenen Wassermangels pflanzen- bzw. allgemein lebensfeindlich. Es bildet Wüsten und Steppen und kann zur Versalzung des Bodens führen. Vollarid bedeutet während des ganzen Jahres arid, semiarid dagegen nur zeitweise im Verlauf des Jahresgangs. Semi-arides Klima ist also ein trockenes Klima mit Jahresniederschlägen zwischen 25 cm und 50 cm, in dem spärlicher Pflanzenwuchs möglich ist. In einem semiariden Gebiet wechseln sich aride und humide Verhältnisse ab. In mehr als sechs Monaten herrschen allerdings aride Verhältnisse vor.

erodieren/Erosion: Unter Erosion des Bodens wird der Abtrag von Bodenbestandteilen durch abfließendes Wasser, Wind, Schneeschmelze und Bodenverlagerungen (Erdrutsche) verstanden. Erosion hat negative Auswirkungen auf die Qualität von Böden als Weide- oder Landwirtschaftsfläche sowie auf die Stabilität von Infrastruktur. 

Fauna: Fauna (auch Tierwelt) bezeichnet die Gesamtheit aller natürlich vorkommenden Tiere in einem Gebiet oder im engeren Sinne alle Tierarten in diesem Gebiet.

Landrenaturierung: Der Begriff „Renaturierung“ bezeichnet im Allgemeinen die Rückführung von Flächen in einen naturnahen Zustand.

Monokultur: Als Monokultur bezeichnet man land- oder forstwirtschaftliche Flächen, auf denen ausschließlich und über mehrere Jahre hintereinander nur eine Nutzpflanzenart (bspw. Mais, Gerste, Hirse oder Roggen) angebaut wird. Da die gleichen Pflanzenarten auch die gleichen Nährstoffe aus dem Boden ziehen, kann sich dies negativ auf die Bodenqualität auswirken. 

Wasserrückhaltekapazität: Die Wasserrückhaltekapazität bezeichnet die Menge an Wasser, die der Boden aufnehmen kann. Ein gesunder Boden weist eine hohe Wasserrückhaltekapazität auf und kann so die Auswirkungen von Extremwetterereignissen wie Dürre oder Starkregen mindern, indem er viel Wasser aufnehmen, aber auch wieder abgeben kann.