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Umweltversammlung

- UV TOP 3: Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein weltweites Abkommen zu Kunststoffen

Inhaltshinweise: Dieser Gremientext benennt unter anderem die Themen Klimawandel und Umweltzerstörung. Bei manchen Personen lösen diese Themen starke Emotionen aus. Falls Sie zu den betroffenen Personen gehören, entscheiden Sie bitte selbst, ob Sie gerade in der Lage sind, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, ob Sie das lieber zu einem späteren Zeitpunkt tun oder vorher bestimmte Maßnahmen ergreifen wollen.

Plastikverschmutzung zählt zu den größten Umweltproblemen des 21. Jahrhunderts und hat Auswirkungen auf das Klima, unser Ökosystem und die menschliche Gesundheit. 

Die UN-Umweltversammlung (UV, engl. UN Environment Assembly, UNEA) verabschiedete 2022 mit der Resolution RES UNEP/EA.5/Res.14 ein Mandat für einen internationalen Plastikvertrag, der die gesamte Wertschöpfungskette – von Produktion über Nutzung bis Entsorgung – abdecken soll. Ein zwischenstaatlicher Verhandlungsausschuss erarbeitet den Vertrag nach dem Konsensprinzip, scheiterte jedoch 2025 aufgrund von Konflikten zwischen Staaten, die ehrgeizig die Produktion und Verschmutzung verringern wollen, und Ländern mit großer Plastikproduktion.

Die UV kann nun über den weiteren Weg entscheiden: Das Mandat des Ausschusses verlängern und schärfen, Unterthemen getrennt verhandeln, ein anderes Gremium einbeziehen oder politische Leitlinien formulieren. Kernstreitpunkte sind die Begrenzung der Plastikproduktion, Umgang mit problematischen Kunststoffen und Chemikalien, Produktdesign, Finanzierung von Recycling sowie Berichtspflichten zur Umsetzung. Die Debatte dreht sich darum, wie verbindlich und umfassend Maßnahmen gestaltet werden sollen, um die globale Plastikverschmutzung effektiv zu reduzieren und ob ein schwaches Abkommen oder gar kein Abkommen dem Weiterweg weniger schaden.

Warum beschäftigt sich die Umweltversammlung mit dem Thema Plastik und Plastikverschmutzung?

Die Plastikverschmutzung zählt zu den größten Umweltproblemen des 21. Jahrhunderts und verursacht weitreichende Schäden an Ökosystemen und der menschlichen Gesundheit. Wenn niemand den Umgang mit Plastik reguliert, wird sich die Plastikherstellung von 2019 bis 2030 verdreifachen. 

Plastik und Klima: Da Plastik aus Erdöl und Erdgas hergestellt wird und aus langen Kohlenstoff-Ketten besteht, hat Plastik auch Auswirkungen auf das Klima. Die Plastikherstellung wird ohne Regulierung bis 2030 21-31% unseres Kohlenstoff-Budgets aufbrauchen, das uns für das 1,5-Grad-Ziel noch zur Verfügung steht. 

Plastik und Gesundheit: Plastikpartikel, die kleiner als 5mm sind, heißen Mikroplastik und wurden unter anderem in der Arktis, der Atemluft und im menschlichen Gehirn nachgewiesen. Wie sich Plastik und Mikroplastik auf den menschlichen Körper auswirken, ist noch nicht abschließend erforscht. Es gibt jedoch genug Befunde zu einzelnen Stoffen, die bei der Herstellung und auch im Plastik selbst verwendet werden. Diese sind unter anderem als krebsererregend, fortpflanzungsschädlich, hormonell schädlich und genverändernd eingestuft. Solche Hinweise bestehen auch für Mikroplastik selbst und andere Chemikalien.

Plastik und Umwelt: Auf ähnliche Weise wirkt sich die Plastikverschmutzung auf die Tierwelt aus - und durch unsere Nahrung auch wieder auf uns. Größere Stücke Plastikmüll können Tiere quälen und töten, zum Beispiel dadurch, wenn sich Tiere in verlorenen Fischernetzen verheddern und dadurch verhungern. Plastikverschmutzung in der Natur, vor allem den Meeren, wirkt sich auf Tier- und Pflanzenwelt aus, bedroht viele Arten und bringt das Ökosystem aus dem Gleichgewicht.

Was steht in der letzten Resolution der Umweltversammlung zum Thema Plastik von 2022?

Durch die Resolution der UV, RES UNEP/EA.5/Res.14, wurde ein zwischenstaatlicher Verhandlungsausschuss einberufen, der einen konsensfähigen internationalen Vertrag über Kunststoffe ausarbeiten soll. Die UV hat dabei Leitplanken für “das Instrument” (so wird der Vertrag von der UV genannt) formuliert. Bemerkenswert dabei: Der Vertrag soll den gesamten Lebenszyklus des Plastiks betrachten - von der Herstellung, über die Nachfrage,die Verbreitung, eventuelles Recycling bis hin zum Nutzungsende und der Entsorgung.

Was ist ein zwischenstaatlicher Verhandlungsausschuss und was ist der aktuelle Stand?

UN-Gremien setzen Verhandlungsausschüsse ein, um Verhandlungen über Verträge, die viel Zeit in Anspruch nehmen, auszulagern. Ein weiterer Unterschied ist, dass ein solcher Ausschuss einen internationalen Vertrag erarbeitet und keine Resolution. Im Unterschied zu UN-Resolutionen sind Verträge für alle Vertragsstaaten Staaten bindend. Staaten treten solchen Verträgen freiwillig bei. Damit alle Staaten dem Vertrag am Ende zustimmen, arbeitet der Ausschuss nach dem Konsensprinzip: Alle Staaten besitzen ein Veto.

Die Verhandlungen des Ausschusses sind im August 2025 gescheitert. Eine zentrale Konfliktlinie verlief zwischen den über 100 Staaten der “High Ambition-Gruppe” (dt. etwa: die Ehrgeizigen), auf der einen Seite, und den Ölstaaten auf der anderen. Die “High-Ambition Gruppe” wollte einen Vertrag beschließen, der Produktion und Verwendung von Plastik umfassend einschränkt, während Ölstaaten, in denen viel Plastik hergestellt wird, die Produktion nicht einschränken wollten. 

Ihre Aufgabe als UV von MUNBW 2026 ist es daher, auf das Scheitern einzugehen und zu beraten, wie es weitergehen soll.

Was sind die Handlungsmöglichkeiten der Umweltversammlung?

Die UV hat mehrere Möglichkeiten, mit den gescheiterten Verhandlungen umzugehen. Diese werden im Folgenden skizziert; potenzielle Gründe für bzw. gegen diese Optionen sind mit + bzw. - gekennzeichnet. Die UV könnte:

  1. das Mandat des Verhandlungsausschusses erneuern und konkretisieren:

Damit dieser weiterarbeiten kann, muss er erneut eingesetzt werden. Dabei kann die UV den jetzigen Stand prüfen und dem Ausschuss detaillierte Anforderungen und Leitplanken mitgeben.

  • Der gemeinsam gefasste Plan aus 2022 wird weiter verfolgt und war damals die best gefundene Lösung 
  • Die Verhandlungen sind gescheitert, und es ist fraglich, ob mehr Verhandlungszeit wirklich zu einer Lösung führt
  1. das Mandat in Unterthemen aufteilen und diese Unterthemen in einzelnen Verhandlungsrunden diskutieren:
  • die Teile, die bereits konsensfähig sind, werden nicht durch die Konflikte behindert
  • Der Erfolg der Resolution 2022 war die Vereinbarung, sich dem gesamten Kreislauf zu widmen - was mit dieser Option nicht mehr der Fall ist. 
  1. ein anderes UN-Gremium bitten, diesen Prozess zu übernehmen, etwa die Generalversammlung, oder ein neues Format anstreben, wie zum Beispiel einen Weltplastikgipfel: 
  • In der Generalversammlung und bei einem vorstellbaren Plastik-Gipfel sind andere Mehrheiten vertreten. Vor allem erhält das Thema dadurch eine größere politische Aufmerksamkeit, wodurch Regierungen, die bei dem Thema blockieren, mehr unter Druck gesetzt werden könnten. 
  • Umweltverschmutzung, etwa durch Plastik, zu thematisieren, ist genau die Aufgabe der UV und sie hat bereits wichtige Voraussetzungen für diesen Prozess geschaffen
  1. eine allgemeine, politische Erklärung abgeben, die jedoch rechtlich nicht bindend ist, aber Ziele setzen kann:
  • Kann Staaten einen Weg weisen und an die Eigenverantwortung von Staaten appellieren. 
  • Ist rechtlich nicht bindend und hat dadurch eine geringere politische Durchsetzungskraft
  1. ein Berichtswesen einsetzen, dass (freiwillige) Berichte der Staaten ermöglicht:
  • Schafft Transparenz unter den berichtenden Staaten und kann Druck auf weniger beteiligte Staaten aufbauen und auch der Bevölkerung die Möglichkeit bieten, im eigenen Land Druck auf die Regierung auszuüben. Das könnte nach dem Modell der Klimakonferenzen gestaltet werden, bei denen Vertragsstaaten verpflichtet sind, ihre freiwilligen geplanten Emissionsreduktionen zu veröffentlichen. 
  • setzt nur auf die Eigenverantwortung von Staaten, bei den Klimakonferenzen liegen nach einem ähnlichen Prinzip erzielten Emissionsreduktionen auch weiter hinter dem, was eigentlich nötig wäre.
  1. den Prozess offiziell beenden
  • Kann Ressourcen schützen, wenn das Thema nicht kompromissfähig ist
  • Zeigt, dass die internationale Staatengemeinschaft ein sehr wichtiges und lebensgefährdendes Thema nicht gelöst bekommt.  

Darüber hinaus kann auch eine willige Staatengruppe ein Abkommen außerhalb der UN beschließen, sodass sie nicht davon abhängig sind, dass alle Staaten zustimmen. Durch Anreize an teilnehmende Staaten und das diplomatische Verhalten der teilnehmenden Staaten zum Beispiel durch weniger Kooperation mit Staaten, die dem Abkommen nicht beigetreten sind, kann der politische Druck erhöht werden, dass weitere Staaten dem Abkommen beitreten. Dabei ist die UV erstmal nicht beteiligt. Sie kann jedoch in einer Resolution das Abkommen begrüßen und zum Beispiel organisatorische oder wissenschaftliche Unterstützung anbieten.

Was sind die inhaltlichen Streitpunkte beim Thema Plastik(verschmutzung)?

1 . Begrenzung der Plastikproduktion

Der größte Streitpunkt ist, ob das Abkommen auch verbindliche globale Regeln zur Reduzierung oder Begrenzung der Plastikproduktion enthalten soll - also am Anfang der Kette anzusetzen - oder ob sich die Maßnahmen nur auf Abfallmanagement und Recycling beschränken - also nur das Ende der Kette zu betrachten. Vor allem die Ölstaaten und jene, die von der Plastikproduktion profitieren, stellten sich gegen Maßnahmen, die auch den Anfang der Kette betrachten. 

  1. Umgang mit problematischen Kunststoffen und Chemikalien

Strittig ist, ob das Abkommen konkrete Arten von Plastik, Zusatzstoffe oder Chemikalien verbieten oder beschränken soll oder ob dies nur freiwillig bzw. national geregelt werden soll. Hintergrund sind die mehr als 16.000 unterschiedlichen chemischen Stoffe, die für die Herstellung der benötigten Material-Eigenschaften (wie etwa weich, nicht entflammbar etc. zu sein) eingesetzt werden. Mehr als ein Viertel davon ist als gesundheitsgefährdend eingestuft. 

  1. Produktdesign und Begrenzung bestimmter Plastikzwecke

Hierbei geht es darum, Plastik nur dort einzusetzen, wo es wirklich nötig ist. Soll es eine Begrenzung oder ein Verbot von Einwegverpackungen geben? Um Plastik gut recyclen zu können, muss man die gleiche Plastiktypen verwenden. Dabei würde es helfen, sich international daruf zu einigen, in bestimmten Produkten weniger verschiedene Stoffe zu verwenden - was jedoch eine Begrenzung der Gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringt. 

  1. Finanzierung

Sowohl die Entsorgung, aber auch Forschung, Recycling, Umweltreinigung verursachen erhebliche Kosten. Dabei kann die Nutzung oder Neueinrichtung eines Fonds die Konsequenzen der Verschmutzung international ausgleichen, z.B. durch bestimmte Kriterien der Einzahlung: Staaten, die viel produzieren (oder historisch produziert haben) müssen mehr zahlen und die (Insel-)Staaten, die am meisten durch die Plastikverschmutzung betroffen sind, erhalten für die Entsorgung oder das Recycling finanzielle Unterstützung. Eine andere oder ergänzende Möglichkeit wäre das Einführen einer “Plastikgutschrift” - ähnlich wie CO₂-Zertifikate. Unternehmen können Plastiksammelaktionen oder die Finanzierung von Recycling-Stätten (gerade in ärmeren Ländern) bezahlen und damit ihren ökologischen Fußabdruck verbessern. Kritiker:innen sehen die Gefahr, hierbei nicht die Produktion an sich zu reduzieren, die Verantwortung an den privaten Sektor abzutreten oder Greenwashing zu ermöglichen. Eine weitere Idee ist es, die produzierenden Firmen durch eine Gebühr an den Entsorgungskosten zu beteiligen - das wird “erweiterte Herstellerverantwortung” (auf engl. extended producer responsibility, EPR) genannt. Die UV selbst kann dies nicht verpflichtend einführen, weil die UN keine Steuern erheben kann, es aber den Staaten empfehlen. 

  1. Berichtspflicht und Kontrolle

Um die Umsetzung eines internationalen Plastikabkommens nachvollziehbar zu machen, kann eine regelmäßige Berichtspflicht für alle Vertragsstaaten eingeführt werden. Darin legen Staaten ihre Maßnahmen und Fortschritte dar, etwa zu Plastikproduktion und -verbrauch, Reduktionsmaßnahmen, Recycling und verwendeten Chemikalien. Umstritten ist, wie detailliert diese Berichte sein sollen und ob sie nur der Transparenz dienen oder auch überprüft werden - und welche Konsequenzen bei Nichterfüllung außerhalb des politischen Drucks überhaupt möglich sind. 

  1. Allgemeines 

In internationalen Verhandlungen sind es immer strittige Punkte, worauf sich Staaten zentral einigen, und bei welchen Entscheidungen sie sich auf ihre staatliche Souveränität berufen. Im Gesamtkontext der Klimakrise ist auch das Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung“ (Common but Differentiated Responsibilities, CBDR) ein Leitbild. Alle Staaten haben eine gemeinsame Verantwortung für die Plastikverschmutzung, jedoch tragen manche Staaten eine höhere Verantwortung für die Verursachung als andere.

Punkte zur Diskussion

- Welche Handlungsoption ist die bevorzugte Ihrer Delegation? Für welche Handlungsoptionen sind Sie offen? Welche Handlungsoptionen sind für Sie nicht möglich?

- Bei welchen der inhaltlichen Streitpunkte möchten Sie in der Umweltversammlung bereits eine Einigung erzielen? Und welche Streitpunkte können vorerst delegiert werden?

- Was ist Ihr Standpunkt bei den inhaltlichen Streitpunkte? Und bei welchen Themen sind Sie offen für Kompromisse?

- Sind Sie offen für ein schwaches Abkommen, das ein Schritt in die richtige Richtung ist, oder ist für Sie nur ein starkes Abkommen möglich, das wirkliche Veränderungen mit sich ziehen kann?

Für die Recherche

Kurzer allgemeiner Kommentar zur Recherche: 

Lassen Sie sich durch folgende drei Sitzungen nicht irritieren: 

  1. Die Sitzung 5.2 der UV im März 2022 verabschiedete erfolgreich die Resolution. 
  2. Die Sitzung 5.2 des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses scheiterte ohne Verabschiedung eines internationalen Vertrages.
  3. Die Sitzung 5.3 des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses ist eine rein organisatorische Sitzung und kein Zeichen dafür, dass die Verhandlungen doch normal weitergeführt werden. 

Außerdem könnten Sie auf den Begriff “intergovernmental negotiation committee” (INC) stoßen – das ist einfach die englische Übersetzung des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses, über den wir oben gesprochen haben.

Versuchen Sie in der Recherche zu trennen: 

  1. Die Umweltversammlung verabschiedet Resolutionen und diskutiert über Grundsätze. Das sind SIE!
  2. Der zwischenstaatliche Verhandlungsausschuss verhandelt einen Vertrag, der anders aufgebaut ist als eine Resolution. Hierfür gibt es sehr viele und gute Quellen! Sie müssen diese Quellen nur für die UV in grundsätzliche Haltungen und resolutionsfähige Aussagen übersetzen. 

Für Ihre Recherche können Sie außerdem das Online-Tool NegotiateAI nutzen. Es bündelt offizielle Einreichungen („submissions“) aus internationalen UN-Verhandlungen in einer durchsuchbaren Sammlung und eine künstliche Intelligenz hilft dabei, Positionen, Argumente und Gemeinsamkeiten/Unterschiede zwischen Staaten schneller zu finden – inklusive Verweisen auf die zugrunde liegenden Dokumente. 

Kurzanleitung zur Nutzung von NegotiateAI:

  • Tool öffnen: Öffnen Sie https://www.negotiate-ai.com/landing-page im Browser.
  • „Submission Analyser“ wählen: Wählen Sie den Bereich Submission Analyser. Dort können Sie Fragen stellen, die das Tool anhand der verfügbaren Einreichungen beantwortet.
  • Eigenes Land auswählen: Wählen Sie Ihr Land/Ihre Delegation aus, damit Inhalte gezielter gefiltert und Positionen besser vergleichbar werden.
  • Alle Sessions auswählen: Wählen Sie alle Sessions aus, damit das Tool den vollständigen Datensatz berücksichtigt und keine relevanten Beiträge fehlen.
  • Frage stellen: Formulieren Sie anschließend eine konkrete Frage (je präziser, desto hilfreicher), z. B. „Welche Länder unterstützen Maßnahme X?“ oder „Welche Konfliktlinien werden häufig genannt?“
  • Auf Englisch arbeiten: Stellen Sie Ihre Fragen möglichst auf Englisch. Falls nötig, nutzen Sie einen Übersetzer (z. B. DeepL) und übersetzen Sie die Antwort anschließend zurück.
  • Auch sonst ausprobieren: Probieren Sie verschiedene Filter und Formulierungen aus (z. B. nach Themen, Ländern oder Zeiträumen), um Muster zu erkennen und Argumente systematisch zu vergleichen.

Weitere hilfreiche Dokumente könnten für Ihre Recherche die folgenden sein:

https://www.unep.org/inc-plastic-pollution (03.01.2026) [Englische Website des UN-environment programm; unter “quick links” sind die Verhandlungsdokumente der letzten Sitzungen aufgeführt - der “chair’s text” ist der letzte Stand der Verhandlungen und ein Kompromissversuch der Vorsitzenden des INC]

Finden Sie heraus, wie sehr Ihr Staat unter Plastikverschmutzung leidet und wie sehr ihr Staat von Ölförderung und Plastikherstellung profitiert. 

Plastikemissionen aller Länder in dieser Studie:  https://www.nature.com/articles/s41586-024-07758-6 

Quellenangaben

Sudhoff, Celia: UN-Plastikabkommen ist gescheitert.  https://www.2030agenda.de/en/article/un-plastikabkommen-ist-gescheitert.

Schöneberg, Kai: Viele Beteiligte wollen weiterverhandeln: Gescheitertes UN-Plastikabkommen. 15.01.2025 https://taz.de/Gescheitertes-UN-Plastikabkommen/!6107222/. - Der kurze Artikel thematisiert vor allem die Reaktionen auf das Scheitern der Verhandlungen und führt die wichtigen Diskussionspunkte kurz auf (deutsch).

Stillstand im Kunststoffmorast: Verhandlungen zum Plastikabkommen. 13.08.2025. https://taz.de/Verhandlungen-zum-Plastikabkommen/!6103143/. - Der kurze Artikel zeigt die Risiken von (Mikro-)Plastik auf und zeigt den Stand der Verhandlungen vor der INC5.2 auf sowie die Möglichkeit eines Abkommens ohne die EU (deutsch).

Graichen, Verena: Scheitern des UN-Plastikabkommen: BUND fordert antworten auf Plastikflut. 15.08.2025. https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/scheitern-des-un-plastikabkommen-bund-fordert-antworten-auf-plastikflut/ - Fast Gefahren und Plastikproduktion zusammen und hat weiterführende, gute Links (deutsch). 

Studie zu Plastikmüll-Lebenslauf: https://www.nature.com/articles/s43247-025-02169-5?fromPaywallRec=false 

Heinrich Böll Stiftung: PLASTIKATLAS. 2019. https://www.boell.de/de/2019/05/14/plastikatlas - Im Plastikatlas finden Sie viele kürzere Artikel rund um das Thema Plastik(verschmutzung). Wenn Sie Hintergrundinformationen über die Auswirkungen suchen und sich in einzelne Themen vertiefen möchten, sind diese Artikel sehr empfehlenswert. 

Holdinghausen, Heike: Verhandlungen zum UN-Plastikabkommen; “Wir brauchen Obergrenzen für die Plastikproduktion”. 03.08.2025. https://taz.de/Verhandlungen-zum-UN-Plastikabkommen/!6104313/

Interview mit Annika Jahnke über die Begrenzung der Produktion und des Chemikalieneinsatzes https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=31/2025 

Zu EPR: https://www.oecd.org/en/topics/extended-producer-responsibility-and-economic-instruments.html (englisch) 

Fundstelle 3 https://www.oecd.org/en/topics/plastics.html 

Lexikon

1,5-Grad-Ziel: Das 1,5-Grad-Ziel bezeichnet das internationale Bestreben, die menschengemachte globale Erwärmung auf höchstens 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Es soll die schlimmsten Folgen des Klimawandels, wie etwa extreme Wetterereignisse, Meeresspiegelanstieg und den Verlust von Ökosystemen, möglichst vermeiden. Es wurde im Pariser Klimaabkommen festgelegt, das 2015 auf der UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris verabschiedet wurde.

Common but Differentiated Responsibilities (CBDR): CBDR ist eigentlich ein Begriff, der im Zusammenhang mit den Klimakonferenzen (dem UNFCCC-Prozess) entwickelt wurde. Er bedeutet, dass alle Staaten gemeinsam Verantwortung für Klimaschutz tragen, aber reiche Länder wegen ihrer höheren historischen Emissionen und größeren Möglichkeiten mehr beitragen sollen. Ein ähnlicher Grundsatz könnte in Bezug auf Plastikverschmutzung gelten.

Fonds: Ein Fonds ist ein „Geldtopf“, aus dem bestimmte Projekte oder Programme finanziert werden, zum Beispiel für Klimaschutz oder Naturschutz. Nicht zu verwechseln mit einem Fond.

genverändernd: Genverändernd heißt, dass ein Stoff das Erbgut (die Gene) eines Organismus verändern kann, was oft gesundheitsschädigend ist und teilweise sogar an die Nachkommen vererbt werden kann.

Greenwashing: Greenwashing bedeutet, dass ein Unternehmen oder eine Organisation sich umweltfreundlicher darstellt, als sie tatsächlich ist, zum Beispiel durch Werbung ohne echte Veränderungen.

Kohlenstoff-Budgets: Kohlenstoff-Budgets sind Abschätzungen, wie viel CO₂ die Menschheit insgesamt noch ausstoßen darf, wenn die Erderwärmung unter einer bestimmten Grenze bleiben soll (z. B. 1,5°C).

Konsensprinzip: Konsensprinzip heißt, dass Entscheidungen nur getroffen werden können, wenn niemand ausdrücklich widerspricht – also ohne formale Abstimmung mit Gewinnern und Verlierern.

Mandat: Ein Mandat ist der offizielle Auftrag und Zuständigkeitsbereich eines Gremiums oder einer Organisation – also was sie (nicht) tun darf.

Ökosystem: Ein Ökosystem ist ein Lebensraum, in dem Lebewesen und ihre Umwelt (Boden, Wasser, Klima) zusammenwirken.

Wertschöpfungskette: Eine Wertschöpfungskette beschreibt alle Schritte, bis ein Produkt beim Menschen ankommt – vom Anbau/Abbau über Verarbeitung und Transport bis zum Verkauf.