Schritt 1: Meine Rolle als NA-Vertretung
Als Vertreter*in eines Nichtstaatlichen Akteurs (NA, meist eine Nichtregierungsorganisation, NGO — non-governmental organization) haben Sie auf der Konferenz eine spannende, interessante und nicht zuletzt herausfordernde Rolle. Als Vertreter*in eines NA wird es Ihre Aufgabe sein, sich als Stimme der Zivilbevölkerung oder einer bestimmten Interessengruppe in der internationalen Staatengemeinschaft einzubringen. Sie sind Visionär*in, Sie denken global und beschränken sich in Ihren Zielen nicht auf ein bestimmtes Land oder einen Kontinent. Für Sie eröffnet sich dadurch ein Weitblick, der vielen Länderdelegierten fehlt.
Jedoch haben Sie auch eine besondere Rolle. Denn Sie sind mit anderen Aufgaben als die Delegierten konfrontiert, und verfügen deshalb auch über gesonderte Rechte.
Auf der Konferenz vertreten die Delegierten das nationale Interesse ihres Staates und sind ihrer jeweiligen Regierung verpflichtet. Sie hingegen können sich ohne Vorbehalte für die Ideale und Ideen einsetzen, für die Ihre Organisation steht.
Für MUN-SH 2027 haben die vertretenen Nichtstaatlichen Organisationen einen Schwerpunkt in den verschiedenen Gremien, weshalb sie, ähnlich wie staatliche Delegierte, einem konkreten Gremium zugewiesen sind. Welche Gremien das sind, erfahren Sie in der Übersicht über die Delegationen. Sie werden sich in Absprache mit Ihren Mitvertreter*innen und der NA-Betreuung absprechen, in welchem Gremium Sie teilnehmen möchten, und sich dann besonders auf die Themen dieses Gremiums vorbereiten, ähnlich wie staatliche Delegierte es tun.
Aber um den Delegierten der UN-Mitgliedstaaten die Bedeutung der Ideale Ihrer Organisation nahezubringen, verfügen Sie weiterhin über eine Möglichkeit, die die Delegierten nicht besitzen: den Gremienwechsel. So können Sie Ihren Interessen in verschiedenen Gremien Gehör verschaffen, um möglichst viele Delegierte von Ihren Vorstellungen zu überzeugen. Der Gremienwechsel lässt Ihnen auch die Freiheit, sich zwischen der Teilnahme an den verschiedenen Debatten mit den anderen NAs zu treffen; beispielsweise um bei wichtigen Themen gemeinsam aufzutreten oder auch um Aktionen zu organisieren.
Darüber hinaus müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass die Vereinten Nationen ein „Club“ von 193 Staaten sind – als nichtstaatliche Organisation haben Sie nicht die gleichen Rechte wie die Delegierten, dürfen beispielsweise an Abstimmungen nicht teilnehmen. Umso wichtiger ist es, die Delegierten mit einer guten Vorbereitung und überzeugenden Argumenten in die aus der Sicht Ihrer Organisation “richtige” Richtung zu bewegen.