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Sicherheitsrat

- SR TOP 1: Situation im Sudan

Inhaltshinweise: Dieser Gremientext benennt unter anderem die Themen Krieg, Flucht, Vertreibung, sexuelle Gewalt, Mord, Genozid und Hunger. Bei manchen Personen lösen diese Themen starke Emotionen aus. Falls Sie zu den betroffenen Personen gehören, entscheiden Sie bitte selbst, ob Sie gerade in der Lage sind, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, ob Sie das lieber zu einem späteren Zeitpunkt tun oder vorher bestimmte Maßnahmen ergreifen wollen.

Die Republik Sudan (im folgenden nur Sudan) ist seit ihrer Unabhängigkeit 1956 ein instabil regiertes Land. Sie ist geprägt von Bürgerkriegen, autokratischen Regimen, Militärregierungen und vielen Putsch/-versuchen. Im Jahr 2019 wurde der jahrzehntelang herrschende Diktator Umar al-Baschir von der Armee und einer paramilitärischen Miliz gestürzt. Seitdem streiten sich die zwei Gruppen um die militärische Vormachtstellung im Land und die damit einhergehende Macht und Kontrolle über die Bodenschätze. Seit 2023 haben die Konflikte eine neue Ebene an Gewalt erreicht. In weiten Teilen des Landes herrscht Krieg. Die Vereinten Nationen (auch United Nations, UN, UNO) bezeichnen die Situation im Sudan als die derzeit größte humanitäre Krise weltweit. Es herrscht eine große Hungersnot und Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ein Ende der Gewalt ist derzeit nicht in Sicht. Durch das Ausmaß und die Tragweite des Konflikts wird davor gewarnt, dass er sich überregional ausbreiten könnte.

Einleitung

Laut den Vereinten Nationen herrscht derzeit im Sudan die größte humanitäre Krise weltweit. Millionen sind auf der Flucht, mehr als die Hälfte der Bevölkerung hungert und laut UNICEF ist die Zahl schwerer Kinderrechtsverletzungen allein in den letzten zwei Jahren um 1000 Prozent gestiegen. Mit dem Massaker von Darfur im Oktober 2025 ist der Bürgerkrieg nochmal grausamer und opferreicher geworden. Medien berichten von Massenhinrichtungen, weit verbreiteter sexueller Gewalt, Vertreibungen und einer verheerenden Hungersnot. Doch eine Entspannung der Situation, geschweige denn ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.

Hintergrund und Grundsätzliches

Der Sudan ist ein großer Staat im Nordosten Afrikas. Aktuell sind demographische Daten aufgrund des Krieges nur schätzungsweise möglich. Im Sudan leben ca. 47 Mio. Menschen, wovon jedoch viele in Nachbarstaaten geflüchtet sind.

Seit der Abspaltung des Südsudans 2011 sind etwa 97 % der Einwohner des Sudans sunnitische Muslime. Ungefähr 70 % der Sudanes*innen sind arabischstämmig. Die restlichen 30% bilden die afrikanische Minderheit, welche aus vielen verschiedenen Ethnien besteht. Ethnische Grenzen sind aufgrund jahrhundertelanger Koexistenz allerdings fast vollkommen verschwommen. Sie wurden in den letzten Jahrzehnten als Mittel zur gesellschaftlichen Spaltung aber wieder vermehrt hervorgehoben.

Wie seit Ende der 1980er bekannt ist, ist der Sudan reich an Bodenschätzen und Ölvorkommen.

Der Sudan ist seit 1956 ein unabhängiges Land und ist seitdem durchgehend instabil regiert. 1989 erlangte Omar al-Baschir durch einen Militärputsch die Macht. Er ernannte sich selbst zum Staatsoberhaupt und war seit 1993 auch offiziell Präsident des Landes. Mit der Zeit wurde sein Regime immer autokratischer. So verbot er beispielsweise politische Parteien und etablierte im ganzen Land ein Scharia-ähnliches Rechtssystem. In die Zeit seiner Regierung fallen mehrere Bürgerkriege: Besonders hervorzuheben ist der Bürgerkrieg seit 2003 in Darfur sowie der jahrzehntelange Bürgerkrieg im Südsudan, der 2011 in der Abspaltung der Republik Südsudan (folgend nur Südsudan) mündete. 

Seit 2004, fast schon mit Beginn des Darfur-Krieges, ist die Afrikanische Union (AU) mit der AMIS-Mission als schützender Akteur für die Zivilbevölkerung im Sudan präsent. 2007 hat der UN-Sicherheitsrat die UN-Friedensmission UNAMID (seit 2020: UNITAMS) ins Leben gerufen, die seinerzeit der historisch größte UN-Friedenseinsatz war. Diese sollte, gemeinsam umgesetzt mit der AU, den Sudan im Friedensprozess und der politischen Demokratisierung unterstützen. 

Am 11.04.2019 putschten die sudanesischen Streitkräfte (Sudanese Armed Forces, SAF) gemeinsam mit den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), woraufhin al-Bashir abgesetzt und inhaftiert wurde. Aufgrund der unter seiner Herrschaft begangenen Verbrechen wurde er vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angeklagt. Es wurde zur Regierung des Sudans ein Übergangsrat aus zivilen und militärischen Vertreter*innen gebildet, angeführt von Abdalla Hamdok als Premierminister. Am 03.06.2019 gab es Hunderte Tote und Verletzte, als Demonstrationen für eine ausschließlich zivile Regierung von der RSF brutal niedergeschlagen wurden.

Es wurde eine Verfassung geschrieben, die sich einer Demokratisierung verpflichtet, dem Militär allerdings weiterhin eine sehr große Bedeutung zuspricht. Die zivile Übergangsregierung war daher in ihrer Handlungsfreiheit stark eingeschränkt. Im Friedensabkommen von Dschuba (2020) beschlossen die Regierung und Vertreter*innen der wichtigsten Rebellengruppen unter anderem, wie mit den Geflüchteten nach der Beendigung der Darfur-Kriege umgegangen werden soll, dass die ethnischen Minderheiten des Landes in der Regierung vertreten sein sollen, sowie die Neustrukturierung der sudanesischen Streitkräfte. Paramilitärische Organisationen wie beispielsweise die RSF sollten aufgelöst und in die SAF eingegliedert werden.

Allerdings führten RSF und SAF schon ein Jahr später einen erneuten gemeinsamen Militärputsch durch, bei dem Hamdok abgesetzt und zusammen mit anderen hochrangigen Beamten verhaftet wurde. Abdel Fattah Al-Burhan, unter Hamdok noch Regierungsmitglied, verkündete die Auflösung ziviler Parteien sowie den Ausnahmezustand für das Land und errichtete ein neues Militärregime unter seinem Vorsitz. Proteste gegen dieses neue Militärregime wurden erneut gewaltsam niedergeschlagen. Die Vergabe der politischen Ämter zwischen SAF und RSF und insbesondere Al-Burhan (SAF) und Mohammed Hamdan Daglo (RSF, auch Hemeti genannt) führten zu Spannungen zwischen den zwei Gruppen, die im aktuellen Krieg mündeten.

Aktuelles

Am 15.04.2023 eskalierte der Konflikt zwischen den vorher noch kooperierenden SAF und RSF. Seitdem werden Gewalt und kriegsähnliche Zustände auf offener Straße ausgetragen. Die RSF eroberten schnell die Hauptstadt Khartum und den Südosten des Sudan. Im März 2025 eroberten die SAF Khartum zurück. Seitdem kontrollieren die RSF eher den Westen des Sudans, unter anderem die Region Darfur, und die SAF eher den Osten und Teile des Nordens (Stand Dezember 2025). Eine eindeutige Frontlinie ist allerdings schwierig auszumachen, sie verläuft chaotisch und verschiebt sich immer wieder schnell.

Die weitere Durchführung der UNITAMS-Mission wurde 2023 von Al-Burhan abgelehnt, da sie “die Erwartungen an sie nicht erfüllt". Weil die Mission nicht gegen den Willen der sudanesischen Regierung durchgeführt werden sollte, und auch aus Sorge um die Sicherheit der Einsatzkräfte, entschied sich der UN-Sicherheitsrat Ende 2023, die Mission zu beenden. 

Die Region Darfur, schon lange vom Krieg geprägt, ist auch im aktuellen Krieg seit 2023 besonders von Gewalt betroffen. Sie wird von der radikalen RSF kontrolliert, die gezielt Gewalt gegen nicht-arabische Bevölkerungsgruppen einsetzt. In mehreren Massakern 2024 töteten die RSF beispielsweise gezielt Angehörige der Volksgruppe der Masalit. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Situation in der Stadt Al-Fashir. Sie war lange die letzte Hochburg der SAF im ansonsten hauptsächlich von den RSF kontrollierten Gebiet. Nach einer 18 Monate langen Belagerung wurde die Stadt im Oktober 2025 von den RSF eingenommen. Zusätzlich zu den katastrophalen humanitären Zuständen, die schon in der Stadt herrschten, gibt es Berichte über brutale und besonders grausame Tötungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen und andere sexualisierte Übergriffe von Seiten der RSF-Kämpfer. Nach der Belagerung wird die Zivilbevölkerung unter Generalverdacht gestellt, mit der SAF zusammengearbeitet zu haben. Weitestgehend verlaufen die Gräueltaten willkürlich gegenüber unbewaffneten, meist flüchtenden Zivilist*innen. Momentan (Januar 2026) hält das Massaker an. In Summe ist die Situation in Darfur so fatal und das Vorgehen der RSF so grausam, dass dort ein Genozid an den nicht-arabischen Bevölkerunggruppen droht. 

Auch in der Region Kordofan im Zentrum des Sudan ist momentan der Konflikt wieder besonders aufgeflammt. Kordofan liegt strategisch wichtig zwischen der von der RSF kontrollierten Region Darfur im Westen und dem SAF-dominierten Osten, und hat zudem große Ölvorkommen. Laut UN sind seit dem Ausbruch des Konfliktes in Kordofan allein aus der Region 40.000 Menschen zur Flucht aufgebrochen, darunter viele, die bereits vor dem Krieg aus Darfur geflohen waren.

Trotz der hohen Todeszahlen, des Ausmaßes der humanitären Krise und der Dauer und Intensität der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Sudan wird der Schlichtung des Konflikts in der internationalen Staatengemeinschaft wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Unter Führung der AU gibt es zwar regelmäßig Gespräche zwischen den Kriegsparteien, diese sind bislang aber erfolglos geblieben. 

Es besteht ein Sanktionsregime der UN, welches unter anderem ein Waffenembargo beinhaltet und zu Beginn der Darfur-Kriege etabliert wurde. Es beschränkt sich aber auf die Region Darfur. Andere internationale Akteure wie die EU oder die USA haben eigene Sanktionsregimes eingeführt.

Im System der UN beschäftigt sich primär der Sicherheitsrat mit dem Krieg im Sudan (s. Resolutionen in den Quellen). So zeigen sich die UN unter anderem besorgt über die Gewalt, vor allem an Zivilist*innen. Außerdem betonen sie, dass die Verantwortlichen von Missbrauchshandlungen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Probleme und Lösungsansätze

Probleme sind im Sudan momentan reichlich und in sehr schwerwiegender Form anzutreffen, doch der Sicherheitsrat hat verschiedene Instrumente zur Verfügung, um ihnen zu begegnen.

Die aktuelle Lage ist besonders dramatisch, da der Sudan schon vor dem jetzigen Ausbruch der Konflikte eines der ärmsten Länder der Welt war. Flucht und Vertreibung sind große Herausforderungen für das Land. Es befinden sich derzeit ca. 12 Mio. Sudanes*innen, also jede*r Dritte auf der Flucht. 7,3 Mio. davon sind Binnenflüchtlinge und 4 Mio. sind in angrenzende Nachbarstaaten geflüchtet, welche ebenso an ihre humanitären Grenzen stoßen. 70% der Vertriebenen sind Kinder. Besonders in der Region Darfur gibt es große Flüchtlingslager, in denen aufgrund des schlechten Zugangs von humanitärer Hilfe katastrophale Zustände sind. Zusätzlich dazu werden auch diese nicht von Angriffen verschont. Ein besonders grausames Beispiel ist das größte Flüchtlingslager Nord-Darfurs, Samsam. Es wurde im April 2025 von RSF-Kämpfern angegriffen und brutal zerstört. Laut Amnesty International wurden innerhalb von zwei Tagen 400.000 Menschen zur Flucht gezwungen und Zivilist*innen wahllos getötet.

Es wird von sexueller Gewalt, Vergewaltigung als Kriegswaffe, Missbrauch, Massenmord, ethnischen Säuberungen, Vertreibung und Ausbeutung berichtet. Dies kann in der Bevölkerung langfristige physische, psychische und soziale Schäden anrichten.

Der UN-Sicherheitsrat könnte sich für ein für die Gesamtheit der Mitgliedstaaten verbindliches Waffenembargo aussprechen, welches das gesamte Staats-/Kriegsgebiet umfasst. Zudem wären vermehrte wirtschaftliche Sanktionen gegen alle Kriegsparteien und deren Unterstützer*innen denkbar. Dies würde die Kriegsparteien wirtschaftlich schwächen und dementsprechend in der Waffenbeschaffung handlungsunfähig machen. Außerdem könnte der Sicherheitsrat Bemühungen zu Gesprächen über Waffenruhen einleiten und vermitteln.

Ein weiterer Aspekt ist, dass im Sudan aufgrund des Krieges 24,6 Mio. Sudanes*innen von Hunger betroffen. Das sind mehr als 50% der Gesamtbevölkerung. Besonders vulnerabel sind Kinder. 15 Mio. sudanesische Kinder brauchen laut UNHCR humanitäre Hilfe. Die Kindersterblichkeit ist hoch und die Mangelernährung nimmt bei Kindern rapide zu. Die Europäische Union (EU) hat von Oktober 2025 bis vorerst Januar 2026 eine Luftbrücke nach Darfur errichtet, da die Region für Helfer*innen und Hilfsgüterlieferungen unzugänglich ist. Dennoch sind weitere humanitäre Maßnahmen unerlässlich. 

Des Weiteren sind die meisten Krankenhäuser im Sudan nicht mehr vollständig funktionsfähig, da auch die Gesundheitsversorgung häufig angegriffen wird. Humanitäre Helfer*innen und Hilfslieferungen haben nur schwer bis gar keinen Zugang zu den Krisengebieten, was besonders verheerend ist, da täglich Zivilist*innen sterben und verletzt werden und fast zwei Drittel der Bevölkerung auf Nothilfe angewiesen sind. Der Mangel an sauberem Wasser führt dazu, dass Krankheiten wie Cholera, Malaria, Masern und Diphtherie ausbrechen und sich teilweise im ganzen Land ausbreiten.

Der Sicherheitsrat könnte die Intensivierung der humanitären Maßnahmen durch technische und finanzielle Unterstützung anstreben. Denkbar wäre hier z.B. zum einen eine Verlängerung der bestehenden Luftbrücke unter Ausweitung auf internationale Ebene, um die Versorgung der Region mit Nahrung und Hilfsgütern zu gewährleisten.

Ein weiteres Problem bereitet die Finanzierung der humanitären Hilfe. Bis November 2025 erhielt der UNHCR nur 35% der benötigten 1,8 Milliarden US-Dollar für die Versorgung der Region mit Hilfsmaßnahmen. Auch wenn die Nachbarländer weiterhin solidarisch unterstützen, stoßen auch diese an die Grenzen ihrer Kapazität.

Eine Option ist die Mandatierung einer UN-Friedensmission, ähnlich wie UNITAMS, um die Sicherheitslage zu stabilisieren und die Zivilbevölkerung zu schützen. UNITAMS jedoch wurde, wie erwähnt, aufgrund der fehlenden Zustimmung der regierenden SAF beendet - eine neue Mission bräuchte, um Erfolg zu versprechen, wohl auch die Unterstützung der Regierungskräfte. Dass diese zum jetzigen Zeitpunkt gegeben würde, scheint unwahrscheinlich.

Der Krieg im Sudan ruft internationale Akteure auf den Plan, die ihre Vormachtstellung in der Region sichern oder ökonomischen Nutzen aus dem Konflikt ziehen wollen. Diese Parteiergreifung und Unterstützung geschieht teilweise öffentlich kommuniziert, teilweise über Dritte, oder sie wird sogar offiziell abgestritten. 

Die RSF auf der einen Seite werden oft aus ökonomischem Interesse unterstützt. Die RSF, kontrolliert den Großteil des Goldhandels im Sudan, und hat in den Regionen Darfur und Kordofan auch wertvolle Ölvorkommen unter ihrer Kontrolle. Das weckt internationale Begehrlichkeiten, insbesondere bei Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), deren wichtigster Goldlieferant die RSF sind. Im Gegenzug bekommt die RSF umfangreiche Waffenlieferungen von den VAE. Die VAE erhoffen sich außerdem eine verstärkte Vormachtstellung gegenüber Saudi-Arabien in der Region.

Die SAF auf der anderen Seite werden unter anderem aus machtpolitischen Interessen vom Iran, Saudi-Arabien und seit kurzer Zeit - ironischerweise - auch von Russland unterstützt. Die Länder haben schon lange Interesse an Zugang zum strategisch gut gelegenen Roten Meer gezeigt. Die SAF, die die Küstenregion kontrollieren, haben nun der Errichtung einer Militärbasis in Port Sudan zugestimmt, um sich die weitere Unterstützung dieser Staaten zu sichern. 

Ähnlich zu Russlands Änderung der Unterstützung gibt es einige andere Staaten, die mit beiden Konfliktparteien Beziehungen pflegen, weil sie kurzfristige oder langfristige Interessen verfolgen, die sich aber nicht so klar zwischen den Konfliktparteien positionieren. Benachbarte Staaten unterstützen meist aufgrund innenpolitischer Interessen entweder die RSF oder die SAF. Die internationalen Interessen im Sudan machen die Situation dort noch komplizierter.

Punkte zur Diskussion

- Wie kann im Sudan Frieden hergestellt werden?

- Wie kann – eventuell auch ohne dauerhaften Frieden – die Sicherheit der Zivilist*innen sichergestellt werden?

- Mit welchen Maßnahmen und Mitteln kann die humanitäre Krise verbessert und gesichert werden?

- Wie kann man den Zugang zu allen betroffenen Gebieten für Hilfsgüter und humanitäre Helfer*innen gewährleisten?

- Wie lässt sich verhindern/vorbeugen, dass sich der Konflikt überregional ausweitet?

Der Hauptfokus der Diskussion soll auf dem Schutz und der Sicherheit der Zivilist*innen, sowie dem Umgang mit der Humanitären Krise liegen.

Für die Recherche

Seit 2025 kursieren einige Aufnahmen – teilweise mit sehr expliziten Darstellungen von Gewalt und Krieg -, welche Aufnahmen aus dem Sudan zeigen sollen. Deren Wahrheitsgehalt kann aufgrund des schwierigen Zugangs zum Kriegsgebiet derzeit meist nicht bestätigt werden. Zudem ist es nicht notwendig/für die Diskussion zielführend sich solch explizite Aufnahmen anzuschauen.

Des Weiteren sollten Sie beachten, von welchen Quellen Sie Informationen beziehen. Es werden auch Fake News und Propaganda verbreitet. Berichterstattungen, die einer Kriegspartei nahe stehen, schildern Geschehnisse gegebenenfalls anders als sie tatsächlich stattgefunden haben. Im Abgleich mit verlässlichen bzw. neutralen Informationen, kann einem dies aber auch etwas über die Absichten und Standpunkte der Verfasser*in verraten.

Als verlässliche Quellen eignen sich z. B. alle Seiten der Vereinten Nationen.

Wenn Sie nur wenig über die Haltung Ihres Staates zum Sudan finden, dann könnte es helfen, nach der Haltung von Verbündeten/Staaten mit ähnlichen Interessen zu recherchieren. Berücksichtigen Sie auch, dass neben der eigentlichen Wertevorstellung eines Landes oft auch andere Aspekte, wie beispielsweise Geschäfte mit Waffen oder Öl über Dritte, die Haltung beeinflussen können.

Achten Sie bei Ihrer weiteren Recherche auch besonders auf das Datum der Erscheinung. Da der Krieg in seiner jetzigen Form erst seit April 2023 andauert, vorher aber auch schon zahlreiche Kriege und Krisen im Sudan herrschten, sind manche Artikel von vor wenigen Jahren schon nicht mehr aktuell. Auch entwickeln sich zwischenstaatliche Beziehungen und Bündnisse stetig weiter und verändern sich je nach Weltpolitischer Lage.

Quellenangaben

Erster schneller Einstieg:

Drotschmann, Mirko (MrWissen2Go): Was ist los im Sudan? #analyse. 29.11.2025 https://www.youtube.com/watch?v=cR9efQAjjvo Kurze Einführung in die Geschichte des Sudans und ein kurzer Bericht über den Verlauf des aktuellen Kriegs, die als erster Einstieg in das Thema dienen kann.

UN-Resolutionen:

Unter diesem Link sind jegliche Resolutionen, Ansprachen und weitere Dokumente der UN zu finden.

United Nations: Dokumentenbibliothek. https://www.un.org/german/de/dokumentenbibliothek 

S/RES/2791 (2025). 12 September 2025. https://www.un.org/german/sites/default/files/2025-09/sr2791.pdf Sicherheitsratsresolution zur Verlängerung des Sudan-Sanktionsregimes. (Deutsch)

S/RES/2715 (2023). 01 Dezember 2023. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2715.pdf Sicherheitsratsresolution zur Beendigung des Mandats der UN-Transition-Mission in Sudan (UNITAMS). (Deutsch)

S/RES/2724 (2024). 08 März 2024. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2724.pdf Sicherheitsratsresolution zur Lage in Sudan mit Schwerpunkt humanitärer Situation und Gewalt (Deutsch)

S/RES/2725 (2024). 08 März 2024. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2725.pdf Sicherheitsratsresolution zur Verlängerung des Mandats des Panels of Experts für Sudan (Deutsch)

S/RES/2736 (2024). 13 Juni 2024. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2736.pdf Sicherheitsratsresolution, die u. a. die Einstellung des Belagerungseinsatzes der Rapid Support Forces in El Fasher, Sudan fordert (Deutsch)

S/RES/2750 (2024). 11 September 2024. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2750.pdf Sicherheitsratsresolution zur Erneuerung von Sanktionsmaßnahmen gegen Sudan (Arme, Finanzen, Reisen) (Deutsch)

S/RES/2685 (2023). 02 Juni 2023. https://www.un.org/german/sites/default/files/2024-09/sr2685.pdf Sicherheitsratsresolution zur Verlängerung des UNITAMS-Mandats zur Berichterstattung über Sudan/Südsudan (Deutsch)

Sonstige Quellen: (grob nach Informativität sortiert)

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Sudan. https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54699/sudan/. Sehr inhaltsreiche Zusammenfassung, die einen Überblick verschafft über die Vorgeschichte, die aktuelle Lage, die Probleme und die Lösungsansätze des Krieges. (Deutsch).

United Nations News: Sudan conflict. https://news.un.org/en/focus/sudan-conflict. Diese Quelle ist sehr vielseitig. Sie gibt sowohl eine Übersicht über den Konflikt und führt auf inwiefern sich der UN-Generalsekretär, UN-Institutionen und vor allem der Sicherheitsrat bisher schon mit dem Thema beschäftigt hat.  (Englisch)

Krüger, Steffen; Meyer, Gregory; Wörmer, Nils (Konrad Adenauer Stiftung): Der unbeachtete Krieg im Sudan. 16. Dezember 2024. https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/content/der-unbeachtete-krieg-im-sudan  Aus dieser Quelle können besonders die Interessen der unterstützenden Staaten entnommen werden. (Deutsch)

Friedensbildung Baden-Württemberg: Krieg im Sudan. https://www.friedensbildung-bw.de/sudan-krieg In dieser Quelle wird besonders ausführlich beschrieben, wie es zu dem Krieg kam unter Aufführung verschiedener Erklärungsansätze. Außerdem werden bisherige Friedensbemühungen aufgezählt und mögliche realistisch eingeordnet. (Deutsch)

United Nations: UNAMID – African Union–United Nations Hybrid Operation in Darfur. https://peacekeeping.un.org/en/mission/unamid In dieser Quelle wird die UNAMID-Mission detailliert beschrieben. Sie kann Inspiration für einen Vorschlag über eine erneute UN-Mission geben. (Englisch)

Deutschlandfunk : Sudan – Kämpfe, Unruhen, Militär. 28. Oktober 2025. https://www.deutschlandfunk.de/sudan-kaempfe-unruhen-militaer-102.html#Lage (Deutsch)

Tagesschau: Sudan – Interessen der Nachbarn und regionale Dynamiken. o. J. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/sudan-interessen-nachbarn-100.html Hier werden Interessen verschiedener Länder ergründet, u. a. Ägypten, Russland, USA. Hier wird ein genereller Abriss des Konflikts gegeben, sowie ergründet, welche Länder sich beteiligen und warum. (Deutsch)

Deutsche Welle: Sudan – Ein Puzzlestück in der russischen Afrikastrategie. 11. Juni 2024. https://www.dw.com/de/sudan-ein-puzzlest%C3%BCck-in-der-russischen-afrikastrategie/a-69333449 Diese Quelle beschreibt und begründet den Kurswechsel Russlands in ihrer Unterstützung von RSF zu SAF. (Deutsch)

Der Spiegel: Sudan: EU startet Luftbrücke mit Hilfsgütern nach Darfur. 2023. https://www.spiegel.de/ausland/sudan-eu-startet-luftbruecke-mit-hilfsguetern-nach-darfur-a-05ccbf65-3387-4031-9ee4-af64bb5d822e Es wird knapp über den Start der EU-Luftbrücke berichtet. (Deutsch)

UNICEF Deutschland: Gewalt im Sudan – Angriffe gegen Kinder. https://www.unicef.de/informieren/projekte/afrika-2244/sudan-195518/gewalt-im-sudan-angriffe-gegen-kinder/194346 Beschreibt das verheerende Ausmaß und die Folgen der Humanitären Krise und des Krieges. Außerdem wird hier aufgezeigt, mit welchen Maßnahmen zum Kinderschutz die UN vor Ort bereits aktiv ist. (Deutsch)

United Nations: UNITAMS – United Nations Integrated Transition Assistance Mission in Sudan. https://dppa.un.org/en/mission/unitams Der Ablauf der UNITAMS-Mission wird aufgeführt. (Englisch)

Tagesschau: Krieg im Sudan. 2024. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/sudan-krieg-104.html Es wird beschrieben, wie dringlich und gleichzeitig kompliziert eine Lösung des Krieges auf globaler Ebene sei. (Deutsch)

Amnesty International: Sudan – Angriff auf das Flüchtlingslager Zamzam. 2025. https://www.amnesty.de/sites/default/files/2025-12/Amnesty-Bericht-Sudan-Zamzam-Fluechtlingslager-Samsam-RSF-Angriff-Dezember-2025.pdf TRIGGERWARNUNG: Ein sehr ausführlicher Bericht, der die Zerstörung des Zamzam-Flüchtlingslagers in Darfur beschreibt. Er zeigt die extrem ausgeprägte humanitäre Krise sowie die Schutzbedürftigkeit der Geflüchteten im Besonderen auf. (Deutsch)

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Sudan. https://www.bmz.de/de/laender/sudan Der Verlauf des Krieges sowie die Ausmaße der humanitären Lage werden beschrieben. Außerdem wird das Engagement der Bundesrepublik Deutschland bezüglich des Krieges aufgeführt. (Deutsch)

BBC News: Sudan conflict explained. 2024. https://www.bbc.com/news/articles/cpvdn8pmmd1o TRIGGERWARNING: Erfahrungsberichte von der Flucht aus Darfur. (Englisch)

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN): Sudan – Konflikte und Brennpunkte. https://frieden-sichern.dgvn.de/konflikte-brennpunkte/sudan Ein etwas älterer Bericht, der die Entwicklungen bis zum Friedensabkommen von Dschuba kurz anreißt und die Rolle der internationalen Gemeinschaft, vor allem UNAMID/UNITAMS-Mission aufzählt. (Deutsch)

Der Spiegel: Verdacht auf Kriegsverbrechen – Tribunal erlässt Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten. 2009. https://www.spiegel.de/politik/ausland/verdacht-auf-kriegsverbrechen-tribunal-erlaesst-haftbefehl-gegen-sudans-praesidenten-a-611323.html Hier wird der Haftbefehl gegen al-Baschir eingeordnet. Außerdem ist unten noch eine kurze Zusammenfassung der Darfur-Kriege zu finden. (Deutsch)

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.: Nothilfe im Südsudan. UNO-Flüchtlingshilfe e.V. https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/suedsudan Beschreibt die humanitäre Krise im Südsudan und das Ausmaß der Fluchtbewegungen, die zwischen Sudan und Südsudan in beide Richtungen vorkommen. (Deutsch)

Minority Rights Group International: Sudan. https://minorityrights.org/country/sudan/ Hier wird ein Überblick über die Ethnien im Sudan gegeben. (Englisch)

Lexikon

Arabische Wörter können in unterschiedlichen Schreibweisen übersetzt zu finden sein. Hier nur einige Beispiele:  Umar al-Bashir/Omar al-Baschir, Al Fashir/El-Fasher, Kurdufan/Kordofan, Dschuba/Juba

Abdalla Hamdok (auch Abd Allah Hamduk): ist ein sudanesischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Er war u. a. von 2011-2018 der stellvertretende Vorstandssekretär der Wirtschaftskommission für Afrika der Vereinten Nationen (UNECA). Von August 2019 bis zu seiner Verhaftung durch die SAF im Oktober 2020 war er Premierminister der zivilen Regierung. 

Abdel Fattah Al-Burhan: ist Sudans De Facto-Staatschef und Befehlshaber der SAF. Unter seiner Führung fanden mehrere Militärputsche statt 

Autokratie: eine Regierungsform, in der ein Herrscher ungeteilt alle Macht innehat und willkürlich ausüben kann 

Binnenflüchtlinge: Menschen, die innerhalb der Staatsgrenzen flüchten

Cholera, Malaria, Masern und Diphtherie: Krankheiten, die besonders unbehandelt schwere Verläufe und Erkrankungen hervorrufen können 

Bürgerkrieg in Darfur oder Darfur-Kriege: In der westsudanesischen Region Darfur herrscht seit 2003 ein Bürgerkrieg. Ethnisch afrikanische Rebellengruppen forderten mehr Beteiligung von marginalisierten Gruppen in der Regierung. Die sudanesische Regierung (damals unter al-Baschir) setzte relativ eigenständige Milizen (sogenannte Dschandschawid, welche später in die RSF übergingen) ein, die die Aufstände brutal bekämpften. Es wurde zahlreiche schwerste Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen. Die Kriege forderten Hunderttausende Todesopfer und zwang Millionen Menschen zur Flucht. 

 Genozid: Genozid, oder auch Völkermord, bezeichnet nach der Völkermordkonvention die gezielte und systematische Zerstörung einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe. Dazu gehören Tötungen, schwere körperliche oder seelische Schäden sowie Maßnahmen, die darauf abzielen, die Gruppe als solche ganz oder teilweise zu vernichten.

GERD (Grand Ethiopian Renaissance Dam): Ein 2025 fertig gestellter Staudamm, der den Blauen Nil (ein Hauptstrang des Nils, der durch den Sudan nach Ägypten verläuft) in Nordäthiopien kurz vor der sudanesischen Grenze staut. Er dient Äthiopien als stabiles Elektrizitätswerk, für das sonst schlecht mit Strom versorgte Land. Für  Ägypten und Sudan, die sonst im Wüstenklima liegen, ist der Nil die Lebensader (Trinkwasserversorgung, Wasser für Landwirtschaft). Sie äußern Sorge über ihre Abhängigkeit von Äthiopien. 

Internationaler Strafgerichtshof (IStGH): Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag, der zwar 1998 von der UNO eingerichtet wurde und mit ihr zusammenarbeitet, aber eine unabhängige internationale Organisation ist. Die Hauptaufgabe des IStGH ist die Verfolgung und Bestrafung schwerster Verbrechen von internationaler Bedeutung und somit die wirksame Umsetzung des Völkerstrafrechts. So verfolgt er unter anderem Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. 

Libysch-Vereinte Armee: eine der zwei libyschen Streitkräfte, die sich seit Gaddafis Sturz als legitime Armee Libyens bezeichnen. Sie kontrollieren hauptsächlich den Osten Libyens und pflegen enge Beziehungen zur Wagner-Gruppe und den Streitkräften der Türkei, der Vereinten Arabischen Emirate und Ägypten 

Luftbrücke: Versorgung eines über den Landweg nicht zugängigen Gebietes per Flugzeug mit regelmäßigen Lieferungen

Militär-/Putsch: Umsturz/-versuch der Regierung durch das Militär, Teile des Militärs oder Milizen mit dem Ziel der Machtübernahme 

Mohammed Hamdan Daglo bzw. Hemeti: Er ist seit 2013 Befehlshaber der RSF. Ihm wird die Verantwortung für Vorwürfe gegen die RSF zugeschrieben, die u. a. Vergewaltigung als Kriegswaffe, Völkermord und zahlreiche weitere Menschenrechtsverletzungen umfassen. Zahlreiche Goldminen im RSF-kontrollierten Gebiet sind in seinen persönlichen Besitz übergegangen, an denen er sich in hohem Maße bereichert. 

Omar al-Baschir (auch Umar al-Bashir): ist ein ehemaliger sudanesischer Diktator. Er war von 1993-2019 autoritär regierender Staatschef. 2008 verkündete der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen den amtierenden Diktator wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Darfur-Konflikt. Seit seinem Sturz 2019 durch einen Militärputsch von SAF und RSF ist er in Haft im Sudan.  

Paramilitärische Miliz: Gruppe, die wie eine Armee organisiert ist, aber nicht Teil der staatlichen Streitkräfte ist. Sie agiert oft als „Hilfspolizei“, verfolgt dabei aber oft auch eigene Ziele.

Sanktionsregime: Völkerrechtliche Maßnahme, bei der meist durch wirtschaftliche Einschränkungen (Zölle, Embargos, Boykotts usw.) Druck ausgeübt wird 

Scharia: Eine islamische Rechtsordnung, die sich – mal wortwörtlicher, mal interpretativer ausgelegt – auf den Koran bezieht. In vielen muslimischen Ländern dient sie als Orientierung für Gesetze, während vor allem islamische Regime sie radikaler auslegen. 

Südsudan: südlich an den Sudan angrenzender Staat, der 2011 durch ein Referendum die Unabhängigkeit erlangte. Von 2013-2018 herrschte dort ein Bürgerkrieg, heute ist es autokratisch regiert. Es ist ein ähnlich zur Republik Sudan ein sehr armes Land und dort herrscht ebenso eine schwerwiegende humanitäre Krise. Es gibt sowohl Flüchtlingsströme aus dem Sudan in den Südsudan als auch aus dem Südsudan in den Sudan, welche sich bei Konfliktverschärfungen im jeweiligen Land verstärken. Beide Länder haben keine Kapazitäten, um zusätzliche Geflüchtete auf zu nehmen. 

UNAMID United Nations-African Union Hybrid Organisation in Darfur, seit 2020 UNITAMS, United Nations Integrated Transition Assistance Mission in Sudan 

UN-Friedensmission: Das Entsenden von Friedensmissionen in Konfliktgebiete ist ein zentrales Instrument der UN-Friedenssicherung. Friedenssoldat*innen, Polizei- und Zivilkräfte aus unterschiedlichsten Staaten arbeiten daran, Gewalt einzudämmen, Eskalationen zu verhindern und die grundlegende Sicherheit von Menschen und Institutionen in Krisenregionen zu gewährleisten. Das Aufgabenspektrum reicht dabei von der Sicherheitswahrung bis hin zur Übernahme von Regierungsaufgaben mit den drei Hauptzielen der Friedensschaffung, Friedenssicherung und Friedenskonsolidierung.

UNHCR: Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen

UNICEF: Weltkinderhilfswerk der UN 

Waffen-/Embargo: Völkerrechtliche Strafmaßnahme, die ein Handelsverbot (hier speziell mit Waffen) gegenüber einem Land bzw. Akteur aufstellt 

Wagner-Gruppe: paramilitärische Organisation, die eng mit dem russischen Staat verknüpft ist. Dieser nutzt sie vor allem im asiatischen und afrikanischen Ausland, um seine Interessen durchzusetzen, aber offiziell nicht aktiv einzugreifen. Mittlerweile agiert sie offen mit den russischen Streitkräften und untersteht dem russischen Verteidigungsministerium. Im Sudan soll sie vor allem Bergwerkminen schützen.