Schritt 3: Auf mein Gremium vorbereiten – die UV
Die Umweltversammlung (UV) ist das Hauptentscheidungsorgan des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (engl. United Nations Environment Programme, UNEP). Sie tagte zum ersten Mal im Juni 2014 in Nairobi, dem Standort des Hauptsitzes des UNEP, nachdem das Vorgänger-Gremium, der UNEP Verwaltungsrat, aufgelöst wurde. Staats- und Regierungschef*innen auf der Rio+20-Konferenz wollten dem Umweltprogramm nämlich mehr Kompetenzen geben. Mit dieser Neuorganisation sollte das Steuerungsgremium des Umweltprogramms zusätzlich ein starkes politisches Mandat bekommen und zu einer Generalversammlung aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (VN) in Umweltfragen zu werden. Somit avancierte die UV zum höchsten umweltpolitischen Gremium bei den Vereinten Nationen.
Die Umweltversammlung trifft sich in der Regel alle zwei Jahre, um Grundsatzbeschlüsse, Resolutionen und ministeriale Erklärungen zur globalen Umweltpolitik zu beschließen und Umsetzungsübereinkommen zu Klimaverträgen vorzubereiten und zu verhandeln. Die Resolutionen der UV sind völkerrechtlich nicht bindend. Ähnlich wie bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat sie dennoch eine große Signalwirkung und führt zu staatlichen Programmen und Gesetzen.
Das Mandat des UNEP ist es, globale, regionale und nationale Umweltdaten zu sammeln, den Transfer von Technologie und Wissen zu nachhaltiger Entwicklung zu fördern und die Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und politischen Entscheidungstragenden zu koordinieren. Außerdem sollen politische Instrumente für den Umweltschutz entwickelt werden, es sollen also internationale Umweltabkommen entwickelt werden und der Staatengemeinschaft vorgelegt werden.
Das Umweltprogramm bezieht seine Finanzierung wesentlich aus drei Quellen. Die direkten Verwaltungskosten werden aus dem UN-Budget bezahlt. Die Kosten für die meisten Aktivitäten des UNEP werden vom sogenannten Environment Fund gedeckt, einem Fonds, der durch die freiwilligen Zahlungen der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen befüllt wird. Staaten, Internationale Organisationen und Nichtstaatliche Akteure können das Umweltprogramm zudem mit zweckgebundene Zuwendungen finanzieren.
Die Internationale Umweltgovernance, also die Gesamtheit aller internationalen und völkerrechtlichen Umweltregime und -abkommen, ist sehr stark zersplittert. Es gibt die Globale Umweltfazilität (engl. Global Environment Facility, GEF) unter dem Dach der Weltbank, es gibt das Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) und es gibt die zahlreichen Umweltübereinkommen, wie die Klimarahmenkonvention, das Übereinkommen zur Bekämpfung von Wüstenbildung, die Biodiversitätskonvention oder das Fischereiabkommen. Diese sind zwar durch das Umweltprogramm entwickelt und vorbereitet worden, mit der Ratifikation allerdings unabhängig geworden haben und ein eigenes Sekretariat bekommen. Es gibt deswegen Bestrebungen, dem UNEP noch weitere Kompetenzen zuzuschreiben und aus dem Programm eine Internationale Organisation zu machen, unter dessen Dach alle internationalen umweltpolitischen Fäden zusammenlaufen sollen. Damit stünde einer UN-Umweltorganisation ein festes jährliches Budget zu, es könnte effektiver die drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit bekämpfen und hätte ein größeres politisches Gewicht, auf Augenhöhe mit anderen Organisationen.
Bei MUN-SH 2026 wird sich die Umweltversammlung mit den folgenden Themen beschäftigen:
- Schutz der Ozeane durch globale Restriktion von Tiefseebergbau
- Zukunft der Arktis im Klimawandel
- Nachhaltige Kreuzschifffahrt zum Schutz mariner Ökosysteme